Interview mit ChatGpt über Arbeitsfelder und Ziele eines imaginären Westbeauftragten

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im folgenden gebe ich Fragen an die KI wieder; die Antworten darauf werden aufgrund der Textmenge nur auszugsweise wiedergegeben:

Es gibt ja einen Ostbeauftragten bei der Bundesregierung angesiedelt. Dessen Aufgaben und Themenbereiche sind ja sicherlich bekannt. Angenommen, es gäbe einen Westbeauftragten, der die Aufgaben, die dem Ostbeauftragten obliegen, spiegelt. Das heißt, die Interessen und Probleme und die blinden Flecke in Bezug auf Westrealität benennt.

Der Auftrag des Ostbeauftragten umfasst unter anderem, ostdeutsche Themen innerhalb der Bundesregierung sichtbar zu machen, die Angleichung der Lebensverhältnisse voranzubringen, Repräsentation in Führungspositionen zu beobachten und gesellschaftliche Entwicklungen zwischen Ost und West zu analysieren. Der Deutschlandmonitor untersucht dabei ausdrücklich Einstellungen und Erfahrungen in beiden Landesteilen.


Was wäre dann der „Westbeauftragte“?
Wenn man die Logik wirklich symmetrisch anwendet, wäre seine Aufgabe gerade nicht, „den Westen zu fördern“. Viel interessanter wäre:

Man könnte den Auftrag etwa so formulieren:


Beauftragter der Bundesregierung für Westdeutschland


Er würde untersuchen,

  • welche historisch gewachsenen westdeutschen Strukturen nach 1990 als gesamtdeutsche Normalität übernommen wurden,
  • welche Interessen und Erfahrungen Westdeutscher in politischen Debatten als selbstverständlich und daher unsichtbar gelten,
  • wo der Westen seinerseits strukturelle Nachteile oder Transformationsprobleme hat,
  • welche westdeutschen Regionen und Bevölkerungsgruppen von politischen und wirtschaftlichen Veränderungen besonders betroffen sind,
  • und wo die Erzählung „Ost und West“ selbst inzwischen zu grob geworden ist.
  • Das wäre besonders interessant, weil sich dadurch eine ziemlich andere Perspektive auf Deutschland ergeben würde.
    Die Themenfelder könnten gespiegelt werden:

  • Ostbeauftragter – hypothetischer Westbeauftragter
    Folgen der DDR-Vergangenheit – Folgen der westdeutschen Nachkriegsgeschichte
    Unterrepräsentation Ostdeutscher in Eliten -Überrepräsentation bestimmter westdeutscher Milieus in Eliten
    Vermögensunterschiede Ost/West – Vermögenskonzentration und soziale Vererbung im Westen
    Strukturwandel ostdeutscher Regionen – Deindustrialisierung im Ruhrgebiet, Saarland, Nordhessen etc.
    Abwanderung aus dem Osten – Überalterung und Abwanderung aus westdeutschen Regionen
    Gefühl, dass „der Westen“ die Norm setzt – Gefühl, dass eigene Lebensrealitäten politisch nicht mehr berücksichtigt werden
    DDR-Erfahrung und Transformationsverluste – Verlust von Industrie-, Arbeiter- und Milieustrukturen
    ostdeutsche politische Entfremdung – westdeutsche politische Entfremdung
    ostdeutsche Identität – regionale Identitäten: Ruhrgebiet, Saarland, Franken, Norddeutschland usw.
    Aufarbeitung der DDR – kritische Betrachtung der westdeutschen Erfolgsgeschichte

Und hier wird es besonders spannend:
Der Westbeauftragte müsste vermutlich einen ganz anderen „blinden Fleck“ untersuchen
Der Ostbeauftragte beschäftigt sich mit einer Gesellschaft, die Transformation erfahren musste.
Ein Westbeauftragter könnte sich mit einer Gesellschaft beschäftigen, die lange Zeit nicht wahrgenommen hat, dass sie sich ebenfalls transformiert.
Das wäre etwa die Frage:


Was passiert mit einer Gesellschaft, deren eigene historische Erfahrung so lange als „Normalfall“ galt, dass sie ihre eigene historische Bedingtheit nicht mehr erkennt?


Das betrifft beispielsweise die westdeutsche Vorstellung von

  • Wirtschaftswunder und sozialer Marktwirtschaft
  • Aufstieg durch Bildung
  • Industriearbeit und Tarifbindung
  • Familie und Geschlechterrollen
  • Migration
  • Kirchen und Vereine
  • öffentlicher Verwaltung,
  • Wohnungsbau,
  • Auto und Infrastruktur
  • föderale Strukturen
  • Verhältnis von Staat und Bürger
  • politischer Kultur
  • und nicht zuletzt der Vorstellung davon, was eigentlich „normal deutsch“ ist.

Ein Westbeauftragter wäre damit fast eine Art institutionalisierter Fremdblick auf Westdeutschland.

Der Ostbeauftragte macht sichtbar, dass Ostdeutschland nicht einfach eine Abweichung von der westdeutschen Normalität ist. Ein Westbeauftragter könnte umgekehrt sichtbar machen, dass diese vermeintliche Normalität selbst historisch gewachsen und keineswegs selbstverständlich ist.

Hier könnte die eigentliche Ost-West-Spiegelung liegen
Wir könnten vier Arten von Verlust unterscheiden:
Ost
Verlust des Systems
„Das, was gestern galt, gilt heute nicht mehr.“
West
Verlust der Gewissheit
„Das, was immer funktioniert hat, funktioniert plötzlich nicht mehr.“
Gemeinsam
Verlust des Betriebes
Der Arbeitsplatz war nicht nur Einkommen, sondern soziale Heimat.
Verlust des Milieus
Kollegen, Gewerkschaft, Verein, Nachbarschaft, politische Bindungen.
Verlust der Aufstiegserzählung
„Wenn ich ordentlich arbeite, kann ich mir ein gutes Leben aufbauen.“
Verlust der regionalen Zukunft
„Meine Kinder müssen weg, wenn sie etwas werden wollen.“

  • Besonders interessant: Vermögen als „Gedächtnis“ der Transformation, die generationelle Vermögensübertragung
    Denn die entscheidende Frage ist nicht nur:
    Was verdiente der Vater?
    sondern:
    Was konnte der Vater dem Sohn hinterlassen?
    Und da unterscheiden sich Ost und West vermutlich erheblich.
    Westdeutscher Arbeiterhaushalt
    1960er/70er:
    → Eigenheim
    → Tilgung
    → Grundstück steigt im Wert
    → Sohn erbt Haus.
    Ostdeutscher Arbeiterhaushalt
    1970er/80er:
    → staatliche Mietwohnung
    → kaum privates Immobilienvermögen
    → 1990 Vermögensstruktur völlig anders.
    Das könnte einen erheblichen Teil der heutigen Ost-West-Vermögensdifferenz erklären.

    Nicht nur Einkommen, sondern die Möglichkeit, Einkommen in vererbbares Vermögen umzuwandeln, entscheidet über langfristige Mittelschichtsstabilität.Trotzdem gilt:

„Der Osten und bestimmte westdeutsche Regionen haben unterschiedliche Transformationen erlebt, deren psychologische und soziale Folgen erstaunliche Gemeinsamkeiten aufweisen.“

Die entscheidende Gemeinsamkeit ost- und westdeutscher Transformationsverlierer ist nicht Armut, sondern der Bruch zwischen einer erlernten Erwartung an das Leben und der tatsächlichen Entwicklung der eigenen Biografie.

Diese Erwartung bestand ungefähr aus:
Ausbildung → Arbeit → Familie → Eigentum → sozialer Aufstieg der Kinder → sichere Rente.
Der Osten verlor diese Erwartung 1990 abrupt.
Bestimmte westdeutsche Regionen verlieren sie seit den 1970er Jahren schrittweise.

Gut, das sind jetzt einigermaßen glimpflich verlaufene Biografien. Wie sieht es mit den Verlierern des Wandels aus. Soziale und gesundheitliche Auswirkungen. Singlequote, psychische Erkrankungen, Alleinerziehende, Drogen und Medikamentenabhängigkeit, etc?

Wenn wir die Verlierer des Strukturwandels betrachten, verändert sich das Bild von Ost und West erheblich. Dann geht es nicht mehr nur um Einkommen und Eigentum, sondern um kumulative soziale und gesundheitliche Schäden über den Lebenslauf.
Die wichtigste vorläufige Erkenntnis ist:
Der eigentliche Verlierer des Strukturwandels ist nicht unbedingt der Arbeitslose. Es ist der Mensch, dessen Erwerbsbiografie, Partnerschaft, Gesundheit, Vermögensbildung und soziale Einbindung sich über Jahrzehnte gegenseitig negativ beeinflussen. Der Arbeitsplatzverlust ist häufig nur der Anfang. Die typische Verliererbiografie könnte deshalb eher so aussehen:
Ausbildung → Industriearbeit → Arbeitsplatzverlust → Arbeitslosigkeit → Einkommensverlust → Schulden → Partnerschaftskonflikt → soziale Isolation → psychische/physische Erkrankung → geringere Beschäftigungsfähigkeit → Frühverrentung

Das Robert Koch-Institut fasst die Forschung sehr eindeutig zusammen: Niedriger sozialer Status geht mit mehr chronischen Erkrankungen, psychosomatischen Beschwerden, Behinderungen und Einschränkungen im Alltag einher. Diese Effekte kumulieren über den Lebenslauf und schlagen sich auch in vorzeitiger Sterblichkeit nieder.
Noch unmittelbarer ist der Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit:
Arbeitslose beurteilen ihre Gesundheit schlechter und leiden häufiger unter ärztlich diagnostizierten Depressionen als Erwerbstätige. Der Zusammenhang ist bei Männern besonders ausgeprägt.
Das ist für unsere Arbeiterbiografien außerordentlich relevant.
Denn der klassische männliche Industriearbeiter war häufig:
körperlich belastet + wenig formal qualifiziert + stark über den Beruf identifiziert.
Wenn dann der Beruf verschwindet, verliert er gleichzeitig:
Einkommen + Tagesstruktur + Kollegen + Status + Selbstwirksamkeit.